WeltWanderWeg Tote Täler Saale Unstrut

Über die Koniks ist ein wissenschaftlicher Streit entbrannt: Sind es nun Wildpferde oder nicht? Sicher ist, dass die polnischen Pferdchen – das bedeutet das Wort Konik nämlich – so genügsam sind, dass sie zur Pflege vieler Naturreservate eingesetzt werden. Im 19. Jahrhundert lebten die Koniks in Polen und anderen osteuropäischen Regionen wild und wurden sogar gejagt. Allerdings weisen sie ein Y-Chromom auf, das mit dem der Hauspferde identisch ist.

Egal – kaum begebe ich mich auf die Pirsch nach den Koniks, beginnt augenblicklich das Abenteuer. Ich parke das Auto am Kreisverkehr, wo die B180 und die B176 aufeinandertreffen, und wandere am Acker bergauf. Der Blick zurück auf die Stadt Freyburg, die Weinberge und die Neuenburg ist prachtvoll. Nach ein paar hundert Metern beginnt der Wald. Im Dickicht verliere ich die Sicht auf die Häuser im Tal und bin mutterseelenallein. Ich spüre, wie meine Sinne sich schärfen. Sie schalten vom schläfrigen Zivilisations-Modus auf Survival. Ich will alles um mich herum aufnehmen und Gefahren rechtzeitig erkennen.

Nach etwa einer halben Stunde erreiche ich die Kante zum Hochplateau und muss durch ein schmales Holztor klettern. Die Landschaft ist Wildwest pur. Vor mir liegt eine weite Ebene mit Mulden und flachen Erhebungen. Das Gras wächst spärlich. In der Sommerhitze, die hier unbarmherzig auf die Erde trifft, ist die meiste Vegetation verdorrt. Im Frühjahr wachsen in dem Naturschutzgebiet Tote Täler bis zu 25 verschiedene Orchideenarten. Doch jetzt im September scheinen sich hier nur Disteln wohlzufühlen. Ich laufe einige Meter und treffe auf Pferdedung. Nur – wo ist die dazugehörige Herde? Ich gehe weiter und lasse meinen Blick schweifen. So viel ich auch schaue, es regt sich kein Leben. Die Landschaft ist so erstarrt wie in "High Noon" kurz bevor es losgeht. Ich beschließe, die Pferdchen für heute der Wildnis zu überlassen und mache mich auf den Rückweg. Am Eingang der Hochebene sind alle Richtungen gut ausgeschildert und ich finde auf Anhieb den kürzesten Weg zurück in die Stadt.

Beschreibung: Die Toten Täler sind Teil des Geo-Naturparks Saale-Unstrut-Triasland, der sich mit einer Fläche von knapp 104 Hektar über den Burgenlandkreis, Saalekreis und Gemeinden in Thüringen erstreckt. Der Rödelrundweg, der auch über die Toten Täler führt, beginnt in Freyburg an der Unstrut.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

S T E C K B R I E F

> deutsch-amerikanische Journalistin in Leipzig.

 

> belegbar bewährt, sozialpolitische und wirtschaftliche Themen überall auf der Welt

zu identifizieren,

zu kommunizieren

und ins Bewusstsein zu rücken.

 

> zweisprachig in Englisch und Deutsch.

 

> seit 1998 erfolgreich am Markt.

 

> alle Bilder und Texte auf dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.

K O N T A K T

Stephanie von Aretin

Journalistin

Leplaystraße 3

04103 Leipzig

Tel.: +49- (0) 341-308 28 157

welcome@stephanievonaretin.de

N E T Z W E R K

Vertreten durch Aenne Glienke

Agentur für Autoren und Verlage

Mitglied bei Freischreiber